SPD-Landtagsabgeordneter Jan-Philipp Beck bei der AWO Schaumburg: Proaktiver Migrationsdienst stärkt Integration mit Struktur und Verlässlichkeit

Im Rahmen eines Besuchs beim Arbeiterwohlfahrt-Kreisverband Schaumburg hat sich der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck mit Heidemarie Hanauske, Geschäftsführerin der AWO Schaumburg, und Stephan Hartmann, Teamleitung Fachbereich Integration, über die aktuelle Ausgestaltung der Flüchtlingssozialarbeit im Landkreis Schaumburg ausgetauscht. Im Mittelpunkt stand das neue Konzept der Flüchtlingssozialarbeit sowie die Weiterentwicklung hin zu einer proaktiven, strukturierten und datenbasierten Integrationsbegleitung.

„Integration gelingt nicht von allein. Sie entsteht dort, wo Menschen begleiten, zuhören, erklären und Wege möglich machen. Die AWO Schaumburg zeigt mit dem Konzept Proaktiver Migrationsdienst eindrucksvoll, wie viel im Hintergrund geleistet wird, damit Ankommen im Alltag gelingt“, so Jan-Philipp Beck.

Die AWO Schaumburg hat ihre Arbeit in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass klassische und etablierte Formen der Flüchtlingssozialarbeit angesichts wachsender Herausforderungen und komplexerer Lebenslagen nicht ausreichen. Ein zentrales Element des neuen Ansatzes ist der Proaktive Migrationsdienst. Menschen werden nicht erst dann erreicht, wenn Krisen oder akute Probleme auftreten, sondern frühzeitig angesprochen und begleitet. Der Proaktive Migrationsdienst setzt dabei auf eine frühzeitige, strukturierte Begleitung mit Case-Management, Integrationsplänen und Zielvereinbarungen.

„Entscheidend sind klare Strukturen und verbindliche Schritte. Mit einem Integrationsplan wird aus vielen Einzelproblemen ein überschaubarer Weg“, erklärt Heidemarie Hanauske.

Stephan Hartmann ergänzt: „Der Unterschied ist unser proaktiver Ansatz: Wir warten nicht, bis etwas eskaliert. Wir sprechen Menschen frühzeitig an, vereinbaren Ziele und begleiten Schritt für Schritt, damit Selbstständigkeit wachsen kann.“

Ein weiterer Baustein ist der Zeitstrahl der Integration. Damit wird systematisch erfasst, auf welchem Stand sich Klientinnen und Klienten befinden und an welchen Punkten sie hängen bleiben, um Unterstützung gezielt nachzusteuern. Grundlage dafür ist eine umfassend aufgebaute Datenbank, die sowohl sozialpädagogische als auch statistische Auswertungen ermöglicht. Ein Ergebnis aus der Arbeit ist, dass rund 35 Prozent der Klientinnen und Klienten Angebote über fünf bis zehn Jahre in Anspruch nehmen.

„Das zeigt, wie wichtig eine konsequente, zielgerichtete Begleitung ist und dass wir stärker fragen müssen: Was brauchen Menschen nach mehreren Jahren noch, um den nächsten Schritt zu gehen“, so Beck.

Die AWO unterstützt bei Sprache, Bildung und beruflicher Perspektive, bietet aufsuchende Sozialarbeit und psychosoziale Beratung und hilft bei sozialrechtlichen sowie aufenthaltsrechtlichen Fragen. Ehrenamt und lokale Netzwerke spielen dabei eine wichtige Rolle. Gleichzeitig wächst der Druck durch digitalisierte Antragsverfahren. Ohne Endgeräte oder digitale Kompetenzen sind viele Abläufe kaum zu bewältigen, weshalb die AWO eine Lotsen- und Clearing-Funktion übernimmt und gezielt weitervermittelt.

Ein Schwerpunkt bleibt der Wohnraum. Die AWO unterstützt bei der Wohnungssuche und vermittelt Kontakte.

Beck abschließend: „Der Wohnungsmarkt ist eng. Ohne passende Wohnungen wird Integration unnötig ausgebremst. Hier braucht es zusätzliche Anstrengungen und mehr bezahlbaren Wohnraum. Mein Dank gilt der AWO Schaumburg sowie allen Mitarbeitenden, die Tag für Tag pragmatisch, nah dran und lösungsorientiert arbeiten.“

Von links nach rechts: Heidemarie Hanauske, Stephan Hartmann und Jan-Philipp Beck im Gesprächsaustausch in der AWO-Geschäftsstelle in Stadthagen.