Betriebsbesuch bei Rabe Anstrichtechnik in Obernkirchen:
Zu Besuch bei Rabe Anstrichtechnik in Obernkirchen: „Bürokratieabbau muss in der Praxis ankommen“
"Wie können Fachkräfte gewonnen und langfristig gebunden werden? Und wo sorgen gesetzliche Vorgaben im betrieblichen Alltag für unnötigen Aufwand?“ Über diese und weitere Fragen hat sich der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck bei seinem Besuch der Rabe GmbH Anstrichtechnik in Obernkirchen mit Geschäftsführer Jörg-Wilhelm Mevert ausgetauscht. Das traditionsreiche Unternehmen ist seit 1892 in Obernkirchen ansässig und heute überregional bei großen und anspruchsvollen Projekten im Einsatz. Das Leistungsspektrum reicht vom klassischen Malerhandwerk über Wärmedämmung und Bodenbeläge bis hin zur Beton- und Denkmalsanierung. Damit steht Rabe seit mehr als 130 Jahren für handwerkliche Kompetenz und qualifizierte Arbeitsplätze in der Region.
„Das Unternehmen zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung ein leistungsfähiger Mittelstand für unsere Region hat: Rabe schafft qualifizierte Arbeitsplätze, bildet aus und ist mit seinem Know-how weit über Schaumburg hinaus gefragt“, so Beck. "Umso wichtiger ist es, genau hinzuhören, welche Herausforderungen die Betriebe haben. Fachkräfte zu gewinnen und zu halten ist dabei eine zentrale Aufgabe. Die Politik muss in diesem Zusammenhang dabei helfen, dass gesetzliche Vorgaben ihren Zweck erfüllen, ohne in der praktischen Umsetzung unnötig kompliziert zu werden“.
Die Gewinnung und Bindung von Fachkräften war dann auch einer der Themenschwerpunkte beim gemeinsamen Austausch. Denn gerade für Handwerksunternehmen werde es zunehmend wichtiger, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen, qualifizierte Beschäftigte langfristig im Unternehmen zu halten und attraktive Arbeitsbedingungen zu bieten. Ebenso ging es um die bürokratischen Anforderungen an mittelständische Betriebe und die Vielzahl an Regelungen, die es zu beachten und umzusetzen gilt.
„Viele dieser Regelungen verfolgen grundsätzlich richtige Ziele. Für uns als mittelständisches Unternehmen ist aber entscheidend, dass sie im Arbeitsalltag auch praktikabel bleiben. Wenn für immer mehr Vorgänge zusätzliche Dokumentationen, Nachweise und Verfahren notwendig werden, bindet das Zeit und Personal, das uns an anderer Stelle fehlt. Deshalb brauchen wir nur Regelungen, die ihren Zweck erfüllen, aber gleichzeitig verständlich und mit vertretbarem Aufwand umsetzbar sind“, erklärte Mevert hierzu.
"Bürokratieabbau darf nicht bedeuten, dass wichtige Vorschriften im Bereich von Arbeits- und Umweltschutz abgebaut oder beispielsweise faire Löhne in Frage gestellt werden“, betont Beck. „Vielmehr müsse man Verfahren einfacher gestalten, unnötige Nachweise reduzieren und gesetzliche Vorgaben so ausgestalten, dass sie auch im betrieblichen Alltag praktikabel umgesetzt werden können. Gerade die konkreten Erfahrungen aus den Betrieben seien daher wichtig im Hinblick auf mögliche Änderungen und Verbesserungen.“
Abschließend versprach Beck die bei diesem Besuch gewonnen Eindrücke und angesprochenen Beispiele mit nach Hannover zu nehmen und in die weitere parlamentarische Arbeit des Landtages mit einfließen zu lassen.